| Bericht zu den “emacs” (European Masters Athletics Championships Stadia) auf Madeira (Portugal) am 08.10.–19.10.2025 – von Marko Nicklas
| Dieses Jahr war der internationale Start im Zehnkampf, wie schon 2022 in Tampere, zusammen mit Carsten Nitschke geplant und wir hatten noch unsere Familien zur Unterstützung mit dabei. Der Wettkampfort war einfach zu schön, um sich die Gelegenheit entgehen zu lassen die Wettkampfreise nicht mit einem Urlaub zu verbinden.
Und das Madeira sehr sehenswert war, ist schon am Stadionhintergrund zu erkennen… das Stadion mitten in den Bergen.
Die Vorbereitungen auf den Wettkampf waren vielversprechend, Bedingungen und Wetter waren super, also alles perfekt.
Bei Carsten (M45, 14 Teilnehmer) ging es gleich früh los, allerdings mit erheblicher Zeitplanverspätung. 13.00 s – die 100-m-Zeit stellte einen soliden Start (622 Pkt.) in den Wettkampf dar. Seine Stärken kamen noch, z. B. mit der zweiten Disziplin, wo er im Weitsprung die fünftbeste Weite mit 5,41 m (646 Pkt.) erzielte. Beim Kugelstoßen hieß es dann ran an die 10 m, was mit 9,31 m (548 Pkt.) nicht ganz gelang, aber auch hier sprang die fünftbeste Weite aller Teilnehmer raus. Der Hochsprung (1,53 m, 544 Pkt.) zeigte wieder Reserven auf, aber danach kam seine Schokoladendisziplin des 1. Wettkampftages: Die 400 m Stadionrunde. Hier konnte er die gesamte Konkurrenz mit 57,77 s hinter sich lassen und sehr gute 673 Punkte erzielen.

Während es bei Carsten noch Rückenwind bei den 100 m gegeben hatte, drehte sich der Wind ab Mittag, weshalb ich in der M50 (26 Teilnehmer) dann aufgrund der Verzögerungen mit ordentlich Gegenwind (-3 m/s) zu kämpfen hatte – da waren schon mal einige Punkte weg. Trotzdem gab es noch eine Zeit unter 13 s und 703 Punkte.
Der Weitsprung (4,86 m, 580 Pkt.) ist und bleibt eine Baustelle, was bei der möglichen Anlaufgeschwindigkeit immer sehr ärgerlich ist. So stand leider keine fünf vor dem Komma und es galt den Fokus schnell auf das Kugelstoßen zu lenken. Auch hier galt es auch für mich 10 m zu schaffen, was mir aber ebenfalls nicht ganz gelang (9,67 m, 556 Pkt.).
Beim Hochsprung hatte ich dann wieder die Chance viele Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln. Das gelang hingegen auch sehr gut und die erzielten 1,53 m brachten 619 Punkte ins Protokoll, was zwischenzeitlich Platz 7 im Gesamtklassement bedeutete.
Leider war nach danach die Jagd auf eine maximal mögliche Punktzahl sowie die „Top Ten“-Platzierung beendet – der linke Beinbeuger hatte beim Absprung „zugemacht“. Diese Zerrung beendete damit im Prinzip meinen Wettkampf, jedoch war ganz auszusteigen nicht der Plan und so trat ich bei den 400 m dennoch an, ohne aber zu „finishen“ – so blieb ich immerhin weiter im Wettkampf.
Der zweite Wettkampftag begann für Carsten etwas pünktlicher und der Wind kam im 110 m Hürdenlauf ebenfalls von hinten :-). Leider funktionierte der 3er-Rhythmus nur bis zur 2. Hürde, aber das Wichtigste – durchgekommen und nicht gestrauchelt.
Beim Diskus fielen dann zwar nicht die erhofften 30 m – die eigentlich „drin“ sind – aber nach zwei (!) ungültigen Würfen musste der dritte einfach eine Wertung haben. Dies gelang zum Glück und mit 29,33 m (501 Pkt.) kam damit immer noch die zweitbeste Weite der Konkurrenz zustande. Super!
Beim Stabhochsprung standen als Ziel die 3-m-Marke an und die konnte Carsten auch für sich verbuchen. Der anschließende Speerwurf liegt Carsten eigentlich sogar mehr als Diskus oder Kugel, aber wie das im Zehnkampf fast immer so ist: Es bleibt ein „Auf und Ab“. Diesmal blieben mit 33,14 m einige Punkte liegen, die in der Endabrechnung vielleicht Platz 4 und die 5600-Punkte-Marke gekostet haben.
Aber vor dem schlussendlichen Zusammenrechnen lagen noch die 1500 m und wenn Kauli sagen kann, dass nach dem Stabhochsprung keiner mehr an ihm vorbeikommt, dann kann Carsten behaupten, dass nach dem Speerwerfen keiner mehr vorbeikommt. Und seine 5:01,77 min erbrachten nicht nur 694 Punkte, sondern auch die schnellste Zeit unter allen Teilnehmern der M45!
Mit neuer persönlicher Bestleistung von 5556 Punkten belegte Carsten schließlich einen hervorragenden 5. Platz – Gratulation!


Naja und bei mir? …Zerrung bleibt nun einmal Zerrung und da geht nichts „Schnelles“ mehr. Somit waren Hürdensprint und der Stabhochsprung gestrichen. Diskus und Speer ging nur mit „angezogener Handbremse“. Die 1500 m konnte ich dann entspannt am Ende der Teilnehmer mitlaufen und hatte mir die anschließende Ehrenrunde mit allen Teilnehmern dennoch wohl verdient.
Und von den Rängen gab es schließlich Anfeuerung und Applaus von den Mädels und von Buddy Carsten!
In der Endabrechnung wurde ich dann nicht einmal Letzter, sondern… Vorletzter =)

Besten Dank außerdem an Coach Maik für die vielen Stunden der Vorbereitung und an alle, welche die Daumen gedrückt haben. Sport frei!